Über Schnäppchenjäger und die kurz vor Zehn Rushhour in Baden-Württemberg

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Endlich raus aus der Bib, jetzt spielt alles wieder normal, endlich mal Luft und nun wird nicht mehr aggressiv umgeblättert sondern Vögeln pfeipfen zum Beispiel. Bevor ich mich an diese angenehmne Atmosphere anpassen kann, fällt mir sofort auf, was so alles in meinem Kühlschrank fehlt, auch in meinem Brotkasten sind nur noch Krumpeln. Die letzte Banane in meinem Obstkorb habe ich gerade noch während der Pause gegessen.

Verdammt, ich muss einkaufen gehen…

Die Plöck ist immer in den Spätstunden vollbesetzt, Radfahrer, Füßgänger und Autos, es wird gehupt, geklingelt und die Füßgänger mussen Platz machen, alternativ kann man noch in die Hauptstrasse rüber, aber da will ich mir nicht mit der Feierlaune der Wochenende-People nicht anstecken lassen.

Mir sind die Massen, die um halb zehn auch noch einkaufen gehen lieber. Alle schleppen die six Packs, nicht wie üblich am Tag die Aqua Minaralwasserflaschen, sondern sind jetzt nur noch die grüne und braune six Packs oder die durchsichtige mit über 40 Prozent Alkohol Volume gezeichnete Enghalsflaschen. Wenn ich um dieser Uhrzeit einkaufen gehe, gehe ich folgende Risiken ein:

  • Von einer Horde halb wildgewordener Kunden, die schon das Vorglühen im Geschäft angefangen haben, umgerannt zu werden…
  • Die über 30 Minuten Wartezeiten vor der Kasse…
  • Die ca. 20 Meter lange Warteschlangen, die sich mit einer Geschwindigkeit von 0,01 mm pro Minute bewegt…
  • Gleichzeitig freue ich mich aber auch, weil ich vielleicht noch paar Aktionspreise erwischen werde und…
  • hoffe auch, dass die Erleichterung kommt: #LiebeKundeWirÖffnenKasseEinsfürSie...

Mein Tour fängt immer an der Fleischtheke an, da bleib ich kurz stehen und untersuche alle Packungen nach den rot gekennzeichneten Stickers #Aktionpreis. Sowohl bei den in Plastik verschweißten Kottoletts als auch bei den Rindermedallions wird 30 Prozent an der Kasse abgezogen..Geil!

Das Gemusefach kommt als nächstes, hier treffe ich die in rot gekleidete fruendliche Mitarbeiterin, sie eeilt sich und klebt übers Broccoli und Pfifferlinge günstigere Preisettiketen an, alles fast um die 50 Prozent reduziert… oder sogar mal 1 Euro, heute läuft wie Usain Bolt… gleichzeitig beeilen sich aber auch genauso soo schnell, die Kunden und füllen ihre durchsichtige Tüten mit dem grünen und gelben Obst/Gemüse, in wenige Zeit sind alle Pfefferlinge vergriffen, Schade… Eine Hand voll Paprikas hole ich aber auch noch, eine rote, zwei grüne und eine gelbe, die sind zwar nicht im Angebot aber gehören zum afrikanischen Rezept.

Ich schiebe mein Wagen noch bis zum Kühlfach, da brauche ich noch Creme Frische. Du liebe Zeit!!!….mein lieblings ♥Landliebe Joghurt♥ ist auch heftig reduziert, ich kann meine Augen kaum glauben.. SOFORT schnapp ich 8 Dosen mit. Was.. 8 Dosen… JA!!

img_1999
Alles rein..

Zuletzt aber noch ein Dutzend Eier…mit schlechtem Gewissen hol ich die von der Bodenhaltung, „Bodenhaltung“  klingt irgendwie für mich halbwegs natürlich, ist sie aber nicht, habe ich heute vom Bioladen gelernt… und bing bin ich gleich an der Kasse, und wie ich mir des vorgestellt habe, muss ich gar nicht so lang auf die beste Aussage im Laden warten : #LiebeKundenWirÖffnenKasseZweiFürSie, nun sind schnelle Beine gefragt, mal Bewegung im Laden. An der Kasse fängt nun die heißte Phase des Einkaufs an. Genau dort tummeln sich die meisten Menschen mit dem gleichen Ziel, bloß weg hier, es ist kurz vor Zehn und paar Mädels bitten mich darum, zu übersprungen damit sie ihr Sekt und noch Paar geistige Getränke noch kaufen können……noch vor zehn. In Baden-Württemberg ist immer die kurz vor zehn Rushhour. Danach ist der Verkauf dieser Getränke untersagt. Ich kenne die Spannung selbst um kurz vor zehn, keiner will ja zum Vorglühen mit leeren Händen auftauchen. Ich lass paar Leute durch, spätestens nächstes Wochenende bin ich auch dran und hoffe auf deren kurz vor zehn Rettung!!

Ja und das wars schon mit meiner wochendlichen Schnäppchen-Jagd, ich wollte heute eigentlich nur Heringe angeln, wie es aber aussieht, habe ich einen Hai am Haken.

Studierenden suchen Zimmer… Erfahrungsbericht

img_1987
Initiativ des wissenschaftliches Ministeriums

„Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, das Sie zum Wintersemester……zugelassen sind“

Jeder Student freuet sich über so ein Zulassungsbescheid, denn es kann dann mit dem Studium losgehen. Vielleicht war das nicht der Wunschstudienort oder vielleicht ist der Bescheid zu spät gekommen, wie es bei mir war, aber das lange warten hat ein Ende..man freut sich aufs Studium.

Ich habe mein Semesteranfang in Tübingen erlebt. Tübingen ist eine der engste und teuerste  Städte, wenn es um einen Dach über den Kopf geht. Dort musste ich mit dem Studium anfangen raus aus der Familienwohnung.

Ich habe meinen Koffer gepackt und los ginge es nach Tübingen…ohne Wohnung…ohne Freunde..ohne Bekannte… Nix, nur ein Zulassungsbescheid in der Hand; war immerhin wenigstens was xD

Als ich in Tübingen war  habe ich mich sofort immatrikuliert und musste von einem Büro zum Anderen gehen, Bibliothek Anmeldung, Ersti Veranstaltungen etc. Mit einer sehr große Tasche bin ich am Geschwister-Scholl-Platz hin und her gelaufen ….war wirklich einer Ersti. Endlich war ich dann auch am Studierendenwerk und wie immer gab kein Platzt frei in den Wohnheimen….es gäbe aber noch eine Möglichkeit, ich könnte ins Notquartier erstmal einziehen und warten bis ein Zimmer frei geworden ist oder bis ich ein Zimmer gefunden habe, aber ins Notquartier wollte ich nicht hin, schon das Wort“NOT“  an sich hört sich gar nicht gut an.

Ich dachte mir ein NAP im Park wäre nicht schlecht und dann mal schauen, aber was genau schauen ?? Naja, schauen wie es weitergehen soll. Ich habe mich im Alten Botanischen Garten am Stadtgraben gesetzt und dann hingelegt,hab paar Hostels angerufen und dann auch Hotels, aber es gab kein Zimmer frei, „Rufen sie in 2 Wochen wieder an, da ist wieder alles frei“, aber in zwei Wochen hätte ich auch selber was… ich kann mir gut vorstellen, dass andere Studierenden auch die Hotels und Jugendherberge voll besetzt hatten.

Nach allen diesen Anrufen  und Gedanken war ich platt und bin im Park eingeschlafen  … ich erinnere mich nur noch wie ich von einem Gambier aufgewacht wurde… der sagte mir irgendwas, aber ich habe ihm nicht verstanden, ich weiß aber das er Französisch gesprochen hat (ich selbst kann kein Französisch). Ich sagte, I ‚m sorry, only Englisch, dann schütellt er den Kopf, ich könnte nur Englisch und Deutsch, er nichts davon…. Ooohje…Der junge Mann holte sein Handy  raus und hat was auf Französisch geflustert und dann gab er mir das Handy.. nun war jemand am Apparat, den ich verstehen konnte. „Brother we hear, you have no way to stay, come to our place there is enough place for everyone“, ich hab ihm gefragt wo denn gibts ein Platzt frei, ich habe den ganzen Tag danach gesucht, im Flüchtlingsheim meinte er.. ich habe ihm gesagt das ich da ,nicht wohnen konnte, aber ich habe mich bei den beiden Brüdern für ihre Hilfsbereitschaft herzlich bedankt..

Es gab also keine andere Möglichkeit, ich musste ins Notquartier.Das Notquatier war ein größer Gemeinschaftsraum. Es lagen da 8 Betten, also nur Metalgestelle auf dennen Matraze lagen…Viel komfort gab es da nicht…Internetanschluss war nur für die festen Vermieter, keine Dusche oder Küche, es gab nur eine Toilette, um die Ecke ein kleiner Waschbecken zum Gesichtwaschen. Im Notquartier  waren schon 7 Leute da…das bedeutet es gab lange Wartezeiten bis man aufs Klo oder das Gesicht waschen konnte, vorallem morgens oder abends, wo alle da waren. Es waren aber ganz liebe und freundliche Leute da, wir hatten uns auf unsere Situation lustig gemacht und versucht alles wegzulachen. Am Morgen war es immer spannend, denn wenn jemand frühs in die Vorlesung gehen wollte, wachte derjenige auf und machte das licht an, doch die anderen Leute hatten noch 2, 3 oder vier Stunden zum Schlaffen bevor sie in die Vorlesung mussten oder sie hatten vielleicht an dem Tag frei und wollten ausschlafen, unmöglich … wenn einer Wach war .. musste wir alle aufstehen und warten bis er fertig war, während dessen könnten wir alle ihm Tipps zum Frisur machen oder soo geben, wenn er fertig war machte er das Licht wieder aus und alle könnten wieder versuchen zu schlafen, doch nach eine Stunde musste noch jemand raus also Licht wieder an  für alle….

Zum duschen oder Kochen gingen wir zu irgendeinem Stock im Wohnheim Fichtenweg und klingelten bei irgendeinem Hausbewohner und fragten, ob wir uns was Warmes machen dürften oder doch ein Hänchen Schlägel braten könnten. Alle waren nett und ließen uns rein, aber es war für uns Notquartier  Jungs ein komisches und unangenehmes Gefühl, bei den Andern um alles zu Betteln. Am Wochenende war mein Plan voller Besichtigungstermine , aber es war immer das selbe 15 Leute sind zum Besichtigungstermin für eine Zimmer erschienen also keine Chance….

Aber Time flies. Nach paar Tagen gemeinsames Wohnen und Kennenlernen von ganz netten und coolen Leuten kam eine E-Mail an fast jeden von uns, dass wir normal in eine WG im Studentenwohnheim oder woanders einziehen könnten und dann konnte es mit dem Studium richtig anfangen. Endlich konnte jeder sein eigenes Lichtschalter an und aus machen ohne das sich jemand beschwert nur des mit den Frisur Tipps, da  musste man improviesieren