Wie man dem Budenkoller in C-Zeiten entfliehen kann

WhatsApp Image 2020-03-28 at 18.08.10Seit einigen Tagen hört man nichts mehr als über das C-Wort. Manche sind beängstigt, manche sind gelassen. Ich gehöre zu beiden Gruppen und zwar gleichzeitig: solange ich keine Nachrichten lese und höre, bleibe ich gelassen – ich bin immerhin noch fit – sobald ich aber mit Familie oder Freunden telefoniere, die im Ausland leben (und das tun die meisten meiner Freunde und meine gesamte Familie) herrscht bei mir Angst und Panik. Viele meiner Freunde und engen Verwandten arbeiten im Gesundheitssystem oder sind täglich in Kontakt mit vielen Menschen, und sie haben jeden Tag neue Geschichten zu erzählen! Kontakt zu denen will und werde ich nicht abbrechen, immerhin halten wir immer mehr als 1,5 Meter Abstand voneinander – uns trennen sogar 1000 von Kilometern! Deswegen gehe ich davon aus, dass ich für eine Zeit lang noch zu beiden Gruppen gehören werde.

Seit einer Woche arbeite ich im Home-Office, wie viele andere in Deutschland auch. Und die Kurzarbeit wird mich auch treffen, so wie vielen anderen bis jetzt. Und was macht man dann? Nachdem man alle möglichen Filme und Serien geschaut hat, und keine Lust mehr hat, die gleichen Themen in den Nachrichten zu hören, muss man wohl erfinderisch werden, sonst bricht die totale Langweile ein. Um diese Langweile zu vermeiden, habe ich heute angefangen zu recherchieren – Suchwort: Langweile. Es gibt schon einige interessante Artikel mit Titeln wie: „10 Dinge gegen Langweile in Corona Zeiten“, „13 Dinge, die man zu Hause machen kann“, die Liste ist endlos. Und natürlich lese ich unzählige Artikel, um Inspiration zu bekommen. Manche Vorschläge sind interessant, manche zu mainstream – was bedeutet, dass ich sie schon gemacht habe (z.B. Serien gucken)!

Also habe ich angefangen, einiges zu sammeln, was für mich in Frage kommt und mir auch was bringt – weil Serien und Filmen schauen, ist für mich keine Option, das mache ich eh jeden Abend – und mir auch parallel Gedanken zu machen, was man zu Hause noch machen kann. Hier meine kurze Liste:

  1. Puzzlen: ist nicht jedermann Sache, aber es entspannt und damit vergeht die Zeit extrem schnell (wenn man Spaß daran hat!)
  2. Sohne tanken auf dem Balkon: wir haben im Unglück das Glück, momentan gutes Wetter zu haben! Also Bikini an und ab zum Balkon! Macht euch noch ein Cocktail dazu und genieß die Sonne!
  3. Virtuelle Touren von Museen anschauen! Davon habe ich erst heute erfahren und war froh über diese Initiative von berühmten Museen in London, Washington, New York etc.
  4. Schreiben bzw. Bloggen: das muss man auch mögen, aber wer das mag, hat nun die Zeit dafür.
  5. Fenster putzen! Ja, das kann man auch machen! Zwar macht es nicht so viel Spaß, aber bevor man Ende April sein Wochenende dafür opfert, kann man nun seine freie Zeit damit verbringen!
  6. Das gleiche gilt für Keller-Aufräumen. Wer einen Umzug plant oder viel zu lange seinen Keller nicht aufgeräumt hat, hat jetzt die beste Gelegenheit dafür.
  7. Backen! Ich musste neulich feststellen, dass ich eine fatale Bäckerin bin!! Obwohl ich viel Zeit beim Kochen verbringe, liegt mir das Backen überhaupt nicht. Meine Mama behauptet, Übung macht den Meister – ich mache so, als ob ich es glauben würde und beginne, zu backen.
  8. Malen oder Zeichnen ist auch eine Möglichkeit – entspannt und macht kreativ! Tipp: Gegenstände in der eigenen Wohnung eignen sich sehr gut dafür! Oder vielleicht doch eigene Kleidungsstücke entwerfen? Mittlerweile gibt es sogar Apps, die Hilfe anbieten, und es gibt unzählige Näh-Magazine für Mode-Begeisterte, die einem beim Kleider-Entwurf unterstützen. Wer weiß? Vielleicht entdeckst du damit ein neues Talent von dir!
  9. Fotobuch gestalten und drucken lassen (von einem Online-Anbieter). Man hat unzählige Fotos von verschiedenen Urlaubsreisen und man hat gefühlt nie die Zeit, Fotos auszusortieren und ein vernünftiges Foto-Album zu machen. Jetzt ist die Zeit gekommen!
  10. Freunde treffen – online natürlich! Man kann zu dritt, zu viert oder sogar zu fünft mit anderen Leuten per Web-Cam telefonieren. Und man kann Musik machen, zusammen tanzen, zusammen Drinks vorbereiten und trinken, sich Geschichte erzählen und Lachen, sogar ein Instagram-Foto kann man posten!
  11. Entspaaaaanneeeeen! Auch wenn man für ALLES Zeit hat, hat man kaum Zeit zum Entspannen. Es ist immer was, eine Party, ein extra Termin, Überstünden bei der Arbeit, eine Hochzeit, ein Konzert. Also entspannen wir uns und nutzen die Zeit für uns.

Das sind alle meine Versuche, die Tage in C-Zeiten so entspannt, konstruktiv und kreativ zu gestalten. Und so hoffe ich, dass diese Zeiten so früh wie möglich vorbei sind, damit wir alle in die Normalität zurückkehren – ein unschätzbares Gut!

Und was macht ihr so daheim?

P.S.: Hier auch ein kleiner Vorschlag bzw. eine kleine Geste, um das Zusammen-Getrennt Leben leichter zu machen: geht öfters offline oder versucht euren Daten-Konsum zu minimieren, z.B. ihr könnt die Filme oder Serien herunterladen und sie offline schauen, oder Instagram und co. alle paar Stunden checken – übrigens so sieht man noch mehr Fotos und Beiträge auf einmal! Es ist nicht leicht, aber ein Internet-Detox (auch wenn es nur für paar Stunden ist) hat keinen geschadet! So kann jeder ohne ständige Unterbrechungen im Homeoffice arbeiten und an den Schulunterricht oder eine Vorlesung im Netz teilnehmen.

Macht es gut und bleibt gesund!

 

Ein Gastbeitrag von Einer, die über alles nachdenkt

 

8 Gedanken zu “Wie man dem Budenkoller in C-Zeiten entfliehen kann

  1. Die virtuellen Touren in Museen habe ich schon versucht, hat nicht funktioniert. Die Navigation war mühsam, und vor allem hatte ich keinen Ton, die Werke wurden nicht erläutert. Ob das ein technisches Problem war oder die Touren ohne Ton sind, weiß ich nicht. Hab mehrere berühmte Museen getestet und aufgegeben.
    Ansonsten: Guter Artikel! Ich bin ab heute in Kurzarbeit. Muss aber mental erst noch runterkommen. 😉

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